Gebäudehüllen

Gebäudehülle: Analyse Ist-Zustand

Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK)
Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) zeigt, wie viel Energie ein Wohngebäude für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und andere elektrische Geräte benötigt. Er schafft damit einen Vergleich zu anderen Gebäuden und gibt Hinweise für Verbesserungsmassnahmen.
Mehr Informationen unter: www.geak.ch


Mit Thermografie Energielecks orten
Thermografie ist der erste Schritt zu einer energieeffizienten Sanierung von Altbauten. Sie macht deutlich, wo die Schwachstellen an Fassade, Dach und Fenster liegen. Doch Thermografie muss sorgfältig ausgeführt und die Befunde müssen richtig interpretiert werden. Erst dann lässt sich sinnvoll sanieren. HVS-Energiefachmann Christof Meier berichtet.

Für die Planung einer energieeffizienten Sanierung bei einem Altbau ist eine Thermografie des Gebäudes unerlässlich. Dabei werden mit einer Wärmebildkamera zu kalter Nachtzeit Aufnahmen der Gebäudefassade gemacht. Thermografie macht Wärmeverluste an der Gebäudehülle sichtbar: Bausünden, unisolierte Installationen in den Aussenwänden sowie Feuchtigkeitsschäden. Solche groben Mängel wären ohne Thermografieaufnahmen auch für den besten Fachmann kaum erkennbar. Mit Thermografie kann die Sanierung zielgerichtet, energie- und kosteneffizient angegangen werden. Das Ziel jeder Sanierung muss eine markante Energieeinsparung sein. Der Energiebedarf soll so weit gesenkt werden, dass der noch verbleibende Bedarf durch erneuerbare Energie gedeckt werden kann. Zur Erinnerung: In unserem Land entfallen beinahe 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf Bau und Betrieb der Gebäude!

Für mich, als einen der ersten Minergie-P-Haus-Besitzer der Schweiz, ist die maximale Behaglichkeit in einem sehr gut gedämmten Haus, mit optimalen Fenstern und einer bestens geplanten Komfortlüftung, ein tägliches Erlebnis: Kein Kaltluftabfall mehr an den Fenstern, und Zugluft gehört definitiv der Vergangenheit an. Die Luftfeuchtigkeit im Haus ist konstant und der Schallschutz gewährleistet. Teilweise lässt sich dieser Komfort auch in einer Liegenschaft aus den Siebzigerjahren erreichen, wenn die Sanierung sorgfältig angegangen wird. Mit einer Gebäudesanierung erfährt das Gebäude eine Wertsteigerung, die Heizenergierechnung fällt viel tiefer aus, Wohnkomfort und Lärmschutz sind garantiert.

Wärmeverluste sichtbar machen
Eine hoch auflösende Thermografiekamera misst die Oberflächentemperaturen von Fassadenteilen und macht diese für das menschliche Auge sichtbar. Bei vorgehängten Fassaden, Dächern und Fenstern müssten für eine umfassende Untersuchung zusätzlich aussagekräftige Innenaufnahmen gemacht werden. Diese dienen auch zur Lokalisierung von potenziellen Schimmelzonen. Mit Hilfe eines Unterdruckventilators können undichte Stellen in der Gebäudehülle noch besser lokalisiert werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist dem Dach zu schenken. Bei diesem grossflächigen Bauteil mit verschiedenen Anschlüssen waren in der Bauphase meist mehrere Handwerker beteiligt. Thermogramme weisen punktgenau auf Schwachstellen hin, sodass energieeffiziente Sanierungsmassnahmen eingeleitet werden können. Wärmeverluste an der Gebäudehülle können auch mit einer Infrarotkamera mit einer hohen Auflösung sichtbar gemacht werden. Nachteil: Sie ist ungenauer. Nicht zu verwechseln ist die Thermografie mit der Infrarotfotografie, bei der in der Fotografie das «fast gerade noch» sichtbare sogenannte «nahe Infrarot» um 1µm genutzt wird. Die Wellenlänge des «fernen Infrarot» der Thermografie hat eine Grössenordnung von ?10µm, ist also vergleichsweise zehnmal so langwellig.



Hausverein Schweiz    |    Zentralsekretariat    |    Bollwerk 35    |    Postfach 2464    |    3001 Bern    |    031 311 50 55    |    [javascript protected email address]    |    >  zu den Sektionen