Energie und Haustechnik

Neue Energieetiketten: Hilfe beim Kaufentscheid

Zwei Millionen Waschmaschinen in Schweizer Haushalten schlucken gehörig Strom und Wasser. Neue Energieetiketten erleichtern mit ihren Zusatzinformationen den Kaufentscheid. Sparsamere Geräte schonen die Umwelt und das Portemonnaie.

Rund zwei Millionen Waschmaschinen stehen in Schweizer Haushalten und verbrauchen jährlich satte 790 Millionen Kilowattstunden (kWh) Energie. Das ist Strom für insgesamt 140 Millionen Franken. Dazu schlucken sie eine gewaltige Menge an Wasser, rund 25 Millionen Kubikmeter.

Das soll nun ändern: Anfang 2012 wurden für Waschmaschinen neu die Effizienzklassen A+, A++ und A+++ eingeführt. Die neuen Energieetiketten, die auch im EU-Raum gelten, enthalten viele ?nützliche Zusatzinformationen zum Gerät und erleichtern den Kaufentscheid: Das neue Label gibt auch die Lautstärke des Geräts in Dezibel an. Bereits seit 2010 dürfen nur noch Waschmaschinen verkauft werden, die mindestens die Energieeffizienzklasse A erreichen; diese wird beim grössten Teil der Geräte neu zu A+.

Sparpotenzial
Das Sparpotenzial ist erheblich. Eine Waschmaschine der Effizienzklasse A+++ kostet 1400 bis 1600 Franken und verbraucht gemäss Topten einen Viertel weniger Strom als ein herkömmliches Gerät der Klasse A. Wichtig ist eine gute Schleuderwirkung: Wird nämlich die Wäsche in einer Waschmaschine A+++ mit Schleuderwirkungsklasse A geschleudert, verbraucht der Trockner anschliessend fast einen Fünftel weniger Strom. Tumbler müssen übrigens seit Januar 2012 die ?Energieeffizienzklasse A erfüllen (mit Wärmepumpentechnik).

Eine Waschmaschine für Bedürfnisse eines Einfamilienhauses mit sieben Kilogramm Fassungsvermögen und der Klassen A+++ und A (Energieeffizienz/Schleuderwirkung) spart so gegenüber einer herkömmlichen Waschmaschine (Klassen A oder B) über 270 Franken Stromkosten während der Nutzungsdauer von 15 Jahren. Ist die Waschmaschine ans Warmwasser angeschlossen, so beträgt die Einsparung rund 190 Franken. Der Anschluss ans Warmwassersystem des Hauses ist übrigens ökonomischer, als wenn die Waschmaschine (oder auch der Geschirrspüler) ihr Wasser selber aufheizt.

Neuerungen bei Haushaltgeräten
Neben den Waschmaschinen stehen in der Schweiz weitere 13 Millionen Haushalt-Grossgeräte im Einsatz – viele davon sind wahre Stromfresser. Für neue TV-Geräte, Umwälzpumpen, Kaffeemaschinen, Leuchtstofflampen, Set-Top-Boxen, Kühl- und Gefriergeräte gelten seit 1. Januar 2012 neue oder erweiterte Effizienzvorschriften. Für TV-Geräte wird die Energieetikette neu obligatorisch; für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen sowie Geschirrspüler wird ?jene der EU übernommen. Geräte, die den neuen Vorschriften nicht entsprechen, dürfen noch während sechs Monaten in Verkehr gebracht und maximal zwei Jahren im Detailhandel verkauft werden. Die neuen Effizienzvorschriften bewirken bis 2020 eine jährliche Stromeinsparung von 1,35 Milliarden Kilowattstunden.

Tipps zum Waschen
1) Füllen Sie die Waschmaschine möglichst ganz und verzichten Sie auf das Vorwaschen. Leicht verschmutzte Wäsche waschen Sie mit Sparprogramm und auf 30 Grad, das genügt fast immer. ?Kochwäsche waschen Sie mit 60 statt mit 90 Grad. Tiefere Temperaturen mit längerer Waschzeit bringen gleichwertige Waschresultate, verbrauchen aber weniger Energie und schonen das Gewebe.
2) Wählen Sie eine hohe Schleuderzahl, wenn die Wäsche maschinell getrocknet wird: Tumbler brauchen zwei bis dreimal so viel Energie wie das Waschen derselben Menge Kleider.
3) Dosieren Sie das Waschmittel richtig.
4) Zum Nachttarif waschen Sie günstiger.
5) Alte Geräte können Sie dort zurückgeben, wo neue verkauft werden – kostenlos und ohne Neukaufsverpflichtung.

Stefan Hartmann

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