Gebäudehüllen

Fenster ist nicht gleich Fenster

Welche Überlegungen muss man beim Fensterersatz anstellen? Ob in Holz, Kunststoff oder Metall – jeder Rahmen hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist der Energie aspekt.  Dreifach verglaste Fenster sind heute erschwinglich geworden.

Fenster sind die «Augen» eines Hauses. Ein schönes Fenster wertet jede Fassade auf. Über die reine Ästhetik hinaus sind sie aber zentral für den Wärmehaushalt des Gebäudes. Schlechte Fenster können beträchtliche Energieverluste verursachen – bis zu 30 Prozent. Fenster sind also wichtige Bauteile am Haus. Neue, dreifachverglaste Fenster für ein freistehendes Einfamilienhaus kosten etwa 15 000 bis 20 000 Franken (Alu-/Holzrahmen). Mit einem U-Wert von 0,7 Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m²K)*, sind sie einiges besser als die alten, doppelverglasten Fenster aus den 1970er-Jahren.

Welcher Rahmen darfs denn sein?
Hersteller von Kunststofffenstern als auch von Holz- oder Alu-/Holzfenstern betonen, dass ihre Produkte pflegeleicht, stabil und langlebig seien. Kunststofffenster eignen sich vor allem für feuchte Räume. Weniger geeignet oder stabil sind sie bei grossflächiger Verglasung. Längerfristig besteht die Gefahr, dass sie sich wegen der Weichmacherwanderung verziehen. Hersteller weisen darauf hin, dass sie nach Ablauf ihres Lebenszyklus vollständig rezykliert werden können. Sie brauchen aussen keinen Schutzanstrich, ebenso wenig wie Holz-/Alufenster. Der Preisunterschied zwischen (günstigen) Kunststoff- und Alu-/Holzfenstern ist allerdings erheblich, laut EgoKiefer etwa 30 Prozent.

Witterungsbeständiger als reine Holzfenster sind sie beide. Wer letztere Variante, also innen und aussen einen Holzrahmen, wählt, entscheidet sich für heimelige Wohnlichkeit. Der natürliche Werkstoff Holz – Fichte, Kiefer oder Lärche – stammt aus der Umgebung und wird CO2-neutral hergestellt. Holzfenster sind eine überzeugende Sache. Im Einkauf sind sie billiger als Alu-/Holzfenster, benötigen dafür regelmässigen Unterhalt, was zusätzliche Kosten verursacht.

Nur Fenstersatz oder ganz neu?
Statt das gesamte Fenster samt Rahmen können aber auch nur Fensterflügel und Beschläge ausgetauscht werden. Die neuen Fensterflügel werden auf den alten Rahmen aufgeschraubt. Dieser Eingriff kann in einer Stunde erfolgen, verursacht kaum Schmutz und kann praktisch in jeder Jahreszeit ausgeführt werden. Voraussetzung ist: Das Holz des alten Rahmens muss intakt sein. Auch ist zu prüfen, ob der neue Fensterflügel allenfalls einen Lichtverlust verursacht – je grösser die Glasfläche, desto besser der Lichteinfall. Ein Wechselrahmen mit zweiflügeligen Fenstern kostet etwa 900 Franken pro Quadratmeter (Kunststoff- oder Alu-Rahmen).

Wer Fenster als auch Rahmen ersetzt, hat mehr Aufwand. Der alte Rahmen muss herausgeschnitten werden: Das nimmt nicht nur mehr Zeit in Anspruch, sondern verursacht auch mehr Staub. Zudem sind mehrere Handwerker involviert – Maurer, Gipser und Maler. Der grosse Vorteil: In das bestehende Fensterloch lässt sich ein modernes Fenster mit schmalerem Rahmen einbauen, das mehr Licht hereinlässt. Ein Vollrahmenersatz (Alu/Holz) kostet etwa 1200 Franken pro Quadratmeter. Wählt man Holz oder Kunststoff, kommt man rund 20 beziehungsweise 35 Prozent günstiger. Moderne dichte Fenster steigern die Wohnbehaglichkeit, denn die Raumtemperatur bleibt konstant. Doch muss man sich ein neues Lüftungsverhalten angewöhnen: Dreimal Stosslüften pro Tag ist die Regel, sonst besteht die Gefahr der Schimmelbildung.

Schliesslich sei daran erinnert, dass eine Fenstersanierung idealerweise in ein Gesamtkonzept mit späterer Fassadensanierung eingebunden sein sollte. Oder anders gesagt: Planen Sie Ihre neuen Fenster so, dass genug Platz für die Dämmung der Fensterleibungen bleibt. Ein guter Fensterbauer weiss hier Rat.

Stefan Hartmann

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