Willkommen bei der Sektion Zürich

Standort für Mini-Hofladen gesucht: 

Die Kleinbauern- und Kleinbäuerinnen-Vereinigung ist auf der Suche nach HauseigentümerInnen in der Stadt Zürich und näherer Umgebung, die sich für eine ökologische und soziale Landwirtschaft einsetzten möchten.

Alpomat – der kleinste Hofladen der Stadt

Der Alpomat ist ein Selbstbedienungsautomat mit regionalen Alp- und Hofprodukten. Er funktioniert nach dem Prinzip eines normalen Hofladens – mit dem Unterschied, dass er sich dort befindet, wo die meisten Konsumentinnen und Konsumenten wohnen oder arbeiten: in der Stadt. Der Alpomat ist zu 100% in Produzentenhand (ohne Zwischen- und Detailhandel). Ziel des Projekts ist die Förderung lokaler ProduzentInnen-Communitys, eine umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft sowie nicht-industrielle Produktionsweise.

Die Projektidee für den Pilotversuch in Zürich stammt von Margrit und Ueli Abderhalden, einem jungen Bauernpaar, das seit Beginn 2016 einen kleinen Hof in Gibswil im Zürcher Oberland bewirtschaftet. Die Kleinbauern-Vereinigung, eine Non-Profit-Organisation, die sich für eine vielfältige, nachhaltige und soziale Landwirtschaft in der Schweiz einsetzt, unterstützt das Projekt in der Standortsuche sowie im Bereich Fundraising und Kommunikation. Interessierte HauseigentümerInnen, die über einen geeigneten, frequentierten Aussenplatz (110x90 cm) verfügen oder das Projekt sonst unterstützen möchten, melden sich bitte direkt bei Projektleiterin Patricia Mariani unter 031 312 64 00 oder p.mariani(at)kleinbauern.ch. 

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Private Hauseigentümer als Bremsklötze der Verdichtung?

Unter diesem provokanten Titel lud der Hausverein Zürich zu einem anregenden Jubiläumsabend rund um das Thema Verdichtung im Einfamilienhausquartier ein. Zahlreiche Mitglieder wollten sich das nicht entgehen lassen.

Die 25 Jahre Aufbauarbeit der Zürcher Sektion des HVS tragen offenbar Früchte: Die Mehrheit des Zürcher Stadtrates mit Wohneigentum sei Mitglied im Hausvereins Zürich, verriet Stadtrat Leupi in seiner Grussbotschaft. Zum Jubiläum hatte der HV ZH feierlich ins Kongresshaus zu einem spannenden Abend rund ums Thema Verdichtung und Einfamilienhaus geladen. Die beiden Begriffe vertrügen sich etwa so schlecht wie Katz und Hund, meinte Leupi ironisch.

…und plötzlich ist die Sonne weg

Im Laufe des Abends zeigte sich deutlich, wo manchen Einfamilienhausbesitzer der Schuh drückt – die Angst vor der Verdichtung. Das tönt bei Stadtwanderer und «Hüsli»-Kritiker Benedikt Loderer dann so: «Die wollen uns etwas wegnehmen!» Den drohenden Verlust von Aussicht oder Sonne versuchen Betroffene mit Einsprachen abzuwenden, bis vor Bundesgericht – meist umsonst. Sind Hausbesitzer Bremsklötze?

«Verdichtung im Bestand ist ok, solange sie einen nicht selber betrifft», stellt Loderer fest. Vielerorts ist die Verdichtung im Einfamilienhausquartier auf dem Vormarsch, wenn auch auf leisen Sohlen. Und oft konzeptlos. Plötzlich stehen die Visiere auf der Nachbarparzelle; das ältere Häuschen wird abgebrochen und durch einen schmucklosen Klotz mit vier Wohnungen ersetzt – zum Leid des Nachbarhauses, dem die Sonne plötzlich abhandenkommt, verdeckt von der Oberkante des Flachdach-Neubaus. Das sorgt bei den Betroffenen für Frust und Ärger. Dies jedenfalls konnte man an diesem Abend recht deutlich aus den Voten von Zuhörern herauszuhören. Oftmals ist der Erbgang der Motor solcher Verdichtung. Die ist aber nicht selten ein Etikett für Verdünnung – nämlich wenn im Neubau zwar mehr Wohnfläche, aber für wenige Bewohner geschaffen wird.  

Verdichten heisst nicht einfach abreissen

Doch wo ansetzen, damit unternutzte Einfamilienhausquartiere auf nachhaltige Weise verdichtet werden können? «Einfach überall ein Geschoss aufpacken, macht keinen Sinn», sagt Sacha Peter vom ARE. Verdichtung im Bestand heisse keineswegs immer abreissen. Zwei oder mehr Nachbarn, die sich gut verstehen, können zu überraschenden Lösungen finden, findet Stefan Kurath. Die Haupthindernisse für gute Verdichtung – Parzellierung, Grenzabstände, Ausnützungsziffern, etc. – kann so überwunden werden. Lücken im Bestand können sinnvoll geschlossen werden. «Rezepte dafür gibt es nicht, nur den Einzelfall.» Planer Martin Albers zeigte anhand von Bildern gute Bespiele von Verdichtungsprozessen im historischen Umfeld und aus anderen Ländern.

Lokalbehörde zu passiv

Kurath erinnert daran, dass das EFH nicht per se ein «Sündenfall» ist. «Das EFH ist auch Heimat, und es entspricht auch einem Bedürfnis.» EFH-Quartiere liessen sich nicht einfach durch Blockrandsiedlungen ersetzen. Gewohnt pointiert und radikal formuliert es Loderer: «Hausbesitzer sind keine schlechten Menschen, aber sie sollen für den Raum zahlen, den sie beanspruchen – ein Landgesetz muss her, ganz einfach Kostenwahrheit, wie im Verkehr.» Die Lokalbehörden sollten aktiver auf die Bevölkerung zugehen, forderte Sacha Peter. «Gerade wo es um den Bestand geht, sollte sie viel aktiver das Gespräch suchen, Lösungen vorlegen, sensibilisieren.»

Stefan Hartmann

Podium 25 Jahre HVZ April 2016

Podiumsgespräch zum kontroversen Thema «Verdichtung und Einfamilienhaus» am 5.April im Kongresshaus Zürich:

v.l.n.r: Stefan Kurath, Professor ZFH für Architektur und Städtebau; Martin Albers, Architekt; Judit Solt, Chefredaktorin tec21 (Moderation); Benedikt Loderer, Stadtwanderer; Sacha Peter, stv. Chef ARE Kt. ZH

(Foto: S. Hartmann)

Stellungnahme zu Bundesgerichtsurteil – Hausverein anerkennt Wohnungsnot

Der Hausverein beurteilt das Bundesgerichtsurteil zur Anfechtung des Anfangsmietzinses aufgrund einer allgemeinen Wohnungsnot positiv. Im Gegensatz zum Hauseigentümerverband sieht sich der Hausverein durch das Urteil weder besorgt noch alarmiert, sondern in seiner Stossrichtung bestätigt, dass es faire Mietverhältnisse braucht, welche nicht anfechtbar sind.

Im Tagesanzeiger vom 4. Juni 2016 zeigt sich der Hauseigentümerverband HEV alarmiert über das neue Bundesgerichturteil (Urteil 4A_691/2015 vom 18.5.2016). Er befürchtet, dass das neue Urteil zu einer Flut von Anfechtungen von Anfangsmietzinsen führen werde.

Der Hausverein Schweiz – ein Zusammenschluss von umweltbewussten und fairen Eigentümerinnen und Eigentümern – vertritt diesbezüglich eine andere Position. Die Sorge des HEV ist nur nachvollziehbar, wenn man als Verband stets die absolute Vertragsfreiheit (der Vermietenden) in den Vordergrund stellt und den Anspruch auf faire Mieten ausser Acht lässt. Der Hausverein vertritt jedoch eine partnerschaftliche Haltung. Es lohnt sich von Anfang an faire Mieten festzulegen und diese auch im Formular bei Mietabschluss zu deklarieren. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass Hausverein-Mitglieder, welche Mietverhältnisse mit einer fairen Rendite abschliessen, betroffen sein werden vom Urteil. Das Anliegen der Mieterinnen und Mieter ist insbesondere in den Zentren und Agglomerationen legitim, denn speziell hier zeigt sich die einseitige Marktmacht der Vermietenden. Eine solche Marktmacht möchten aber Mitglieder des Hausvereins nicht ausnützen, Ihnen liegt viel eher an Transparenz und guten, langfristigen, stabilen Mietverhältnissen. Eine solche Haltung bewahrt die Vermietenden auch vor langwierigen, anstrengenden Rechtswegen wie z.B. beim vorliegenden Bundesgerichtsurteil.
(Juni 2016)

Auskünfte:
Andreas Edelmann, Co-Präsident Hausverein Zürich, 079 282 16 07
Thomas Hardegger, Vize-Präsident Hausverein Schweiz, Nationalrat SP, 079 461 04 44

 

Zürich Atomstromfrei bis 2034

In der Stadt Zürich stimmt am 5. Juni die Bevölkerung über 3 Energievorlagen ab. Die erste Vorlage will, dass sich die Stadt bis 2034 vom Atomstrom, resp. den eigenen AKW-Beteiligungen verabschiedet. Die Stadt soll selber zu einem Ausstieg beitragen oder ihre Beteiligungen verkaufen, z.B. an eine nationale Auffanggesellschaft. Auch wir sind uns bewusst, dass damit direkt noch kein Ausstieg der Stadt Zürich realisiert ist. Aber die Weichen dazu werden so gestellt, dass der beschränkte Handlungsspielraum genutzt wird, den die Stadt Zürich beim Atomausstieg hat.

Diese Zielsetzung entspricht auch den Ideen und Visionen des Hausverein Zürich, sind doch auch wir der Meinung dass die Atom-Technologie gefährlich, nicht gelöst, wenig nachhaltig und zu teuer ist. Diese Energieproduktion aus dem letzten Jahrhundert ist je länger je mehr überholt, insbesondere auch weil heute die Produktionskosten von Atomstrom markant höher liegen als der Strommarktpreis.

Für Hausverein-Mitglieder noch interessanter sind die beiden weiteren Abstimmungsvorlagen zur Finanzierung der Förderbeiträge im Strombereich. Schon heute gibt es beim ewz einen Strompreis-Zuschlag, den alle Strombezügerinnen und Bezüger in Zürich bezahlen. Mit diesen Mitteln wird unter anderem der Stromsparfonds betrieben, der diverse Förderbeiträge für erneuerbare Energien ermöglicht, z.B. Solaranlagen und Wärmepumpen. Weiter wird damit auch eine Energieberatung angeboten sowie Rückvergütungen an Kundinnen und Kunden mit Solar- und Ökostrom-Bezug ausgerichtet. Das kommt vielen Hausverein-Mitgliedern zugute, die in die energetische Sanierung ihrer Liegenschaften investieren wollen. Vorläufig sind Förderbeiträge für viele Investitionen in Effizienz-Massnahmen und Erneuerbare Energien noch nötig, weshalb der Hausverein für die Weiterführung und Erhaltung des heutigen Förderniveaus eintritt.

Für die 3-fache JA-Parole hat sich ein breites «Komitee für sicheren und atomfreien Strom» aus verschiedenen Parteien gebildet. Dieses wird unterstützt von diversen Organisationen, unter anderem vom Hausverein Zürich.

Weitere Infos: www.züri-atomfrei.ch

Andreas Edelmann, Co-Präsident Hausverein Zürich, 16. Mai 2016

Hausverein Zürich begrüsst Rotes Telefon

Die Initiative für eine Ombudsstelle für Baufragen hat der Hausverein Zürich schon bei der Einreichung für untauglich befunden und abgelehnt. Das Anliegen war nicht ganz aus der Luft gegriffenen, es besteht durchaus ein Unbehagen gegenüber Baubewilligungen und deren Hürden und Bürden, resp. deren umfangreichen und aufwändigen Auflagen.

In der Initiative wurde eine wenig sinnvolle neue Stelle vorgeschlagen, wo jede Baubewilligung nochmals hätte geprüft werden sollen. Eine bürokratische Extrastelle, welche nur neue Unsicherheiten geschaffen hätte.

Der Stadtrat von Zürich schlägt nun als Gegenvorschlag zur Initiative eine unkonventionelle Alternative vor: Eine Telefonhotline, schon heute Rotes Telefon genannt. Unter dieser Helpline soll unzufriedenen Bauherrschaften weiter geholfen werden, die nicht zurechtkommen mit den Auflagen, welche die diversen involvierten Ämter mit der Baubewilligung gemacht werden. Die Helpline, resp. die Personen dahinter sollen in erster Linie vermitteln und Einigungen vorschlagen. Lässt sich kein Konsens oder keine Einigung herbeiführen, kann die Angelegenheit der Städtischen Bausektion zur Beurteilung vorgelegt werden. Ansonsten steht weiterhin der ganz normale Rechtsweg offen.

Der Hausverein Zürich begrüsst dieses neue niederschwellige Angebot, welches nicht neues Recht schafft, sondern versucht den Architektinnen und Bauherren bei der Umsetzung der umfangreichen Baubewilligungen (mit Auflagen) zu helfen und sie zu beraten. Ob damit die Bauverfahren für die Bauwilligen einfacher werden und Detailfragen besser verstanden und akzeptiert werden, wird die Erfahrung zeigen. Deshalb hat dieses Rote Telefon einen Versuch verdient.

Das Geschäft wird nun im Gemeinderat der Stadt Zürich beraten und beschlossen. 
(Andreas Edelmann, 21. Februar 2016)

Abstimmung vom November
JA! zur Limmattalbahn

Die Limmattalbahn kann gebaut werden. Das Stimmvolk hat sich mit 64 Prozent Ja-Stimmen dafür ausgesprochen! Wir freuen uns!

Mehr ÖV – mehr Lebensqualität.

Das Limmattal gehört zu den dynamischsten Regionen im Grossraum Zürich. Mit dem Wachstum nimmt auch das Verkehrsaufkommen zu. Die Limmattalbahn fängt diese Entwicklung auf und entlastet Schiene und Strasse. Denn mit einem Ja zur Limmattalbahn wird das ÖV-Angebot ausgebaut, aber auch das Strassennetz für den motorisierten Individualvekrehr wie für den Fuss- und Veloverkehr optimiert. Dies macht das Wohnen und Arbeiten in der Region attraktiver.

Die neue Stadtbahn von Zürich Altstetten bis Killwangen unterstützt die gezielte Entwicklung des Limmattals. Die Erhöhung des ÖV-Anteils bei Inbetriebnahme der Limmattalbahn wird einen positiven Effekt auf die Umwelt haben. Die Aufenthaltsqualität auf Strassen und Plätzen wird verbessert und Nahversorger erhalten bessere Bedingungen für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit. Die Entlastung der Siedlungsgebiete vom Strassenverkehr führt zu einer höheren Lebensqualität, weil der Verkehrslärm vermindert und die Luftqualität erhöht wird.

Zahlen und Fakten zur Limmattalbahn

  • System: Stadtbahn, ähnlich einem Tram
  • Strecke: Zürich Altstetten - Schlieren - Urdorf - Dietikon - Spreitenbach - Killwangen (13.5 km)
  • Haltestellen: 27, Abstand jeweils ca. 500 Meter
  • Bau: ab 2017, Inbetriebnahme 2019-2022

Kosten Kanton Zürich: Limmattalbahn CHF 510 Mio. und Strassenoptimierungen CHF 136 Mio.

Der Präsident des Hausvereins Zürich, Nationalrat Thomas Hardegger, ist Co-Präsident des Ja-Komitees.

>> Argumentarium

Zürcher Politik

Hauseigentümerinnen und -eigentümer sagen JA zu Zonen für preisgünstiges Wohnen

Der Hausverein Schweiz vertritt rund 20'000 Eigentümerinnen und Eigentümer, im Kanton Zürich über 6000, und sagt JA zur PBG-Revision am 28. September 2014

Die Gemeinden im Kanton Zürich sollen die Möglichkeit erhalten, in ihrem Zonenplan gewisse Gebiete oder auch nur einzelne Etagen zu bezeichnen, in denen ein Mindestanteil für preisgünstigen Wohn- oder Gewerberaum reserviert wird. Es dürfen aber nur Areale sein, die neu ein-, auf- oder umgezont oder durch Sonderbauvorschriften oder Gestaltungspläne höhere Ausnutzungsmöglichkeiten erhalten. Der Hauseigentümerverband HEV macht zusammen mit Wirtschaftsverbänden schon seit Ende Juli mit abstrusen Studien und Statistiken über falsche Subventionen und missbräuchliche Vermietungspraxis bei Baugenossenschaften Stimmung dagegen. Während der HEV offenbar hauptsächlich um die satten Renditen von einzelnen seiner Mitglieder zittert, haben die Genossenschaften das Erfolgsmodell gegen die Bodenspekulation, für kontrollierte Bodenpreise, für faire und zahlbare Mietzinse auf der Basis der Kostenmiete längst in die Tat umgesetzt. Viele private Eigentümerinnen und Eigentümer verfolgen ähnliche Ziele. Viele von ihnen - im Kanton Zürich sind es bereits über 6000, schweizweit 20'000) haben sich beim HAUSVEREIN organisiert. Dieser setzt sich für faire Mietverhältnisse, umweltgerechte Baustandards, ökologisch und sozialverträgliche Raumplanung ein und unterstützt seine Mitglieder u. a. bei der Festlegung von Mietzinsen auf der Basis der Kostenmiete. Die Kostenmiete ist denn auch eines von drei zentralen Elementen bei Zonenvorschriften für preisgünstigen Wohn- oder Gewerberaum. Die anderen beiden Elemente kennen wir vom gemeinnützigen Wohnungsbau: Belegungsvorschriften, die verlangen, dass z. B eine Vierzimmerwohnung mit mindestens drei Personen belegt ist, sowie Einkommensvorschriften, die sicherstellen sollen, dass die preisgünstigen Wohnungen den einkommensschwächeren Mieterinnen und Mietern zur Verfügung stehen. Der HAUSVEREIN kann mit diesen Randbedingungen sehr wohl leben, weil der neue Mechanismus einen fairen Deal darstellt: Wer von der Bau- und Zonenordnung eine höhere Ausnützung «geschenkt» erhält, oder dessen Grundstück durch Investitionen der öffentlichen Hand aufgewertet wird, soll einen angemessenen Anteil des Profits an das Gemeinwesen zurückgeben. Jene Gemeinden, in denen das örtliche Gewerbe und die soziale Durchmischung zum Nachteil von allen in Gefahr ist, werden sich hoffentlich nicht scheuen, dieses neuen Planungsinstrument gezielt und moderat einzusetzen.

01.09.2014 / Ueli Häfeli, Vorstand Hausverein Zürich

Zürcher Politik

Teilrevision Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich 

Im Rahmen der öffentlichen Auflage vom 24. Oktober bis 24. Dezember 2013 informierte die Stadt Zürich über die vorgesehenen Änderungen und es bestand die Gelegenheit, sich dazu schriftlich zu äussern. Es sind rund 500 Einwendungen zu verschiedenen Aspekten der BZO-Teilrevision eingegangenen. Auch der Hausverein Zürich hat sich eingehend damit befasst. Der Vorstand  geht mit der grundsätzlichen Ausrichtung einig. Wir schätzen viele der Änderungen, Ergänzungen und Spezifizierungen, z.B. die Definitionen der Kernzonen, Quartiererhaltungszonen, Industrie- und Gewerbezonen, Erdgeschoss-Nutzungen, erhöhte Ausnutzungen in gewissen Gebieten, Baumschutz und Freihaltezonen. Die Vorgaben sind angemessen und in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht nachhaltig.

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Derzeit werden die Einwendungen sorgfältig geprüft und die Teilrevision in gewissen Punkten überarbeitet und präzisiert. Der Stadtrat will die überarbeitete Vorlage im Herbst 2014 an den Gemeinderat überweisen. 

> Weitere Informationen der Stadt Zürich zur BZO

Ein kleiner Schritt zu zahlbaren Wohnungen

Im Kanton Zürich wurde die Volks-Initiative „Für mehr bezahlbaren Wohnraum“ sowie eine parlamentarische Initiative „Günstiger Wohnraum für Familien und Mittelstand“ eingereicht. In der parlamentarischen Arbeit in der Kommission für Planung und Bau wurde dazu nun ein Gegenvorschlag erarbeitet, welcher den wichtigsten Aspekt der beiden Initiativen übernimmt. Es geht darum, dass den Gemeinden ermöglicht wird, mit planungsrechtlichen Instrumenten den Anteil an bezahlbarem Wohnraum zu steigern. Konkret soll das ermöglicht werden können, wen Grundeigentümern Planungsgewinne oder zusätzliche Ausnützungsmöglichkeiten gewährt werden. Für ganze Bauzonen, gebietsweise oder einzelne Geschosse könnte dann die Vorgabe zu preisgünstigem Wohnraum gemacht werden, jedoch nur mit einer „Kann-Formulierung“. Entsprechend wäre dies kein Automatismus, sondern die Gemeinden entscheiden über jede Vorgabe unabhängig, im Zweifelsfall an der Urne. Der Gegenvorschlag enthält auch eine Definition von preisgünstigem Wohnraum und verlangt Bestimmungen zur angemessenen Belegungsdichte.

Der vorliegende Gegenvorschlag ist politisch umstritten, im Kantonsrat wird ein sehr knappes Ergebnis erwartet. Die Koalition der Befürworter umfasst aktuell die SP, die Grünen, die Grünliberale, CVP und EVP. Bei Zustandekommen des Gegenvorschlags ist in Aussicht gestellt, dass die Initiativen zurückgezogen würden. So könnte der Gegenvorschlag schon bald in Kraft treten und umgesetzt werden.

Für faire Vermieter des Hausvereins sind die Ziele des Gegenvorschlags selbstverständlich und keine untolerierbare Einschränkung des Eigentums. Sie sind überzeugt, dass es Massnahmen für zahlbare Wohnungen braucht und sind insbesondere der Meinung, dass Planungsgewinne mit gewissen Pflichten zu einem Anteil Preisgünstigem Wohnraum verbunden werden können und verzichten dadurch auf das Recht auf uneingeschränkten Gewinn auf ihren Bodenbesitz.

August 2013, Andreas Edelmann, Vorstand Hausverein Zürich

> Webseite der Initiative

> Kantonsrat Zürich: Übersicht zur Volksinitiative

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